Süßkartoffel-Brownies von Deliciouslyella

Ich kann nicht behaupten, dass ich vegan leben würde, an den besten Tage kann man über mich sagen, ich sei eine relativ inkonsistente Pescetarierin oder Vegetarierin. Ich lege lieber die Etikettierung und den Streit drumrum, oder gar darum wie man sich ernähren soll, zur Seite, denn das ist meiner Meinung nach jedem seine eigene Sache.

Natürlich bin ich der Ansicht, dass wir unseren Fleischkonsum drastisch (ja, richtig gelesen, DRASTISCH) reduzieren müssen, aber so wie man es einem überzeugten Raucher nicht verbieten kann aufzuhören, sogar die wirklich erschreckenden Bilder helfen da scheinbar nichts, kann man einem Fleischliebhaber das Essen eben auch nicht verbieten.

Aber das ist eben eine ganz andere Sache. Zurück zum eigentlichen Thema.
So, ja, was ich eigentlich sagen wollte. Ich bin nicht vegan aber ich befinde mich immer auf der Suche nach einer Alternative zu Fleisch, Milch, Zucker usw. und deswegen probiere ich auch ziemlich gerne Sachen und Rezepte aus.
Manchmal geht es ganz schön in die Hose. Seien wir mal ehrlich, wir sind konditioniert und lassen uns so gerne mit bestimmten Geschmäckern konditionieren, dass es uns sehr schwer fällt dann zum Beispiel einen Soja-, Mandelmilch-Cappuccino als wirklich gut zu bezeichnen (ich habe echt fast alle Milchalternativen probiert!). Allerdings gibt es manchmal wirklich geniale alternative Rezepte, die einen vom Hocker hauen. So ein Rezept ist dieses hier.

Ja, der Kuchen ist mit Süßkartoffeln gemacht, aber es würde einem beim Essen niemand glauben, dass man sie dafür verwendet hat, sie machen ihn richtig saftig.
Weiterhin beinhaltet er keinen Zucker (also ich meine hier Zucker, den man als Zucker kaufen kann, raffiniert, nicht raffiniert, aus Rübe oder Zuckerrohr gewonnen), Milch oder Weißmehl. Wir lieben ihn! Damit meine ich, dass wir ihn am liebsten morgens, mittags, abends und wirklich auch zwischendurch soooooo gerne essen würden. Er ist, das muss ich auch noch dazu sagen, am besten, wenn er (mindestens) einen Tag lang nachgezogen hat, schmeckt aber auch warm - für die, die wirklich nicht warten können.
Und da ich allbekannt dafür bin, dass ich mich nicht immer (ok, fast nie!) an Rezepte halte, habe ich natürlich schon beim zweiten Mal das Rezept (allerdings nicht von Grund auf) verändert. Es kann ja eben mal passieren, dass man die eine oder andere Zutat nicht parat hat, deswegen muss man doch nicht auf etwas verzichten, oder? Einfach mal improvisieren, im schlimmsten Fall hat man einfach was neues gelernt ;-)

Deswegen kommt unten eben erstmal das Rezept und dann die bisher ausprobierten Alternativen. Aber, und ich meine wirklich ABER, ich würde erstmal das eigentliche Rezept ausprobieren und aufpassen was und wie sich alles verhält, vor allem der Teig, und vielleicht auch alles mit aufschreiben. Erst beim zweiten Mal würde ich dann probieren Sachen zu verändern.

Das eigentliche Rezept (übersetzt)
Teig:
  1. 500 g Süßkartoffeln (ungef. 2 mittlere)
  2. 12 medjool Datteln
  3. 6 EL Ahornsirup
  4. 100 g gemahlene Mandeln (mit oder ohne Haut)
  5. 2 EL geschmolzenes Kokosnussöl
  6. eine Prise Salz
  7. 100 g Haferflocken
  8. 6 EL Kakao

Glasur:
2 EL Kokosnussöl
2 EL Mandelbutter (es gibt die inzwischen überall, siehe Drogeriemarkt oder Bioladen)
1 EL Ahornsirup
2 EL Kakaopulver

Meine Alternativen für die Zutaten:
  1. Ich hatte hier auch mal zu Dicke und somit ungefähr 700 g, habe dann den Teig mit gemahlenen Mandel reguliert.
  2. Man kann auch normale nehmen, vielleicht ein paar mehr davon, denn die medjool Datteln doch dicker sind.
  3. Man kann weniger davon nehmen oder ihn ganz weg lassen (für diejenigen, die ihn nicht mögen) und mit mehr Datteln oder Steviapulver ersetzen (hier muss man bei der Konsistenz des Teiges aber aufpassen - vielleicht etwas mehr Süßkartoffel nehmen). Oder doch Agavendicksaft oder Reissirup ausprobieren?
  4. Ich benutze etwas mehr Mandeln wenn ich das Rezept verändere, um die Konsistenz zu regulieren. Deswegen sollte man das Rezept zumindest einmal in der eigentlichen Form backen und für sich notieren wie dieser ist/sich anfühlt.
  5. Diese Menge ist bei mir sogar als ich das Rezept verändert habe gleich geblieben.
  6. Jaaa, sehr wichtig, sogar beim Backen. Keine Ahnung was eine Prise Salz für einen bedeutet, einfach ausprobieren.
  7. Es kam schonmal vor, dass wir keine 100 g Haferflocken mehr im Haus mehr hatten (beim letzten Mal waren es um die 30 g Haferflocken bei 700 g Süßkartoffeln!) Deswegen habe ich zu den 30 g Haferflocken noch Haferkleie (ca. 30 - 40 g) mit Kokosmehl (30 - 40 g) dazu gegeben und den Teig dann mit mehr gemahlenen Mandeln reguliert (siehe oben).
  8. Man kann sogar stark entölten Kakao nehmen, oder etwas mehr davon oder weniger, je nach Geschmack würde ich sagen.
  9. Ich addiere noch: Zimt, Rumaroma (oder echten Rum - vorsicht, der macht den Teig etwas flüssiger, vllt. mehr Mandel hinzufügen), die Haut von einer Zitrone oder Orange, Kakaobohnen.
Glasur:
 Die Glasur bleibt bei uns weg, weil Geschmackssache, viel mehr Kalorien usw.

Zubereitung
Man startet damit, dass man den Backofen vorheizt. Im Rezept steht, dass man ihn bei 180°  C Umluft vorheizen soll. Unser Backofen hat seinen eigenen Willen und ich benutze ihn fast immer bei 150° C und lasse den Kuchen dann 10 Minuten länger oder bis der Holzstäbchentest gelingt drin.
Danach werden die Süßkartoffeln geschält, in grobe Stücke geschnitten und 20 Minuten in Wasser gekocht bis sie wirklich weich werden. Im Rezept steht, dass man sie im Dampfkochtopf machen sollte (wir haben eben keinen deswegen im Wasser kochen, allerdings werde ich mal versuchen, die Kartoffeln vorher im Backofen zu backen, um zu sehen, ob das Aroma noch stärker wird - es kann natürlich dann doch störend sein, wer weiß).
Nachdem sie weich sind kommen sie zusammen mit den Datteln in die Universal-Kochmaschine oder den Mixer. Wir benutzen hier unseren Standmixer und es funktioniert (allerdings wohl langsamer als in einer Küchenmaschine) mit kleinen Pausen zum Rühren einwandfrei. Die restlichen Zutaten werden in eine Schüssel gegeben und die Süßkartoffel-Dattel-Masse hinein gemischt - mit einem Löffel oder, wenn man faul ist, mit der Küchenmaschine ;-).
Das ganze wird in einer mit Backpapier ausgelegten Form verteilt und 45-50 Minuten (oder bis der Stäbchentest gelingt) gebacken (Temperatur siehe Oben). Bei uns endet die ganze Sache damit, dass wir den Kuchen rausholen, abkühlen lassen (mindestens 15 Minuten) und manchmal gleich essen, aber meistens ihn doch mindestens über Nacht stehen lassen, weil er eben mit der Zeit besser wird.

Glasur: Dafür werden alle Zutaten in einem Topf geschmolzen und gemischt und für jeweils 15 Minuten ins Gefrierfach oder den Kühlschrank gestellt. Der ganz abgekühlte (sonst schmilzt die Glasur wieder!) Kuchen wird damit bestrichen und erst danach geschnitten.